
Mit konzeptionell betagten STK-Modulen kann man eher brauchbare als wirklich erstklassige Verstärker bauen
Bei den Messwerten fanden wir das dann auch bestätigt. Die Bandbreite des Sony-Verstärkers – eigentlich ein im selben Hause gerne benutztes Argument etwa für SACD – liefert ebenfalls keinen Anlass für Beifall, denn der Japaner ist beileibe kein Sprinter und macht oberhalb von 40 Kilohertz dicht. Doch wir wollen nicht ungerecht sein, denn insgesamt stimmt das pragmatisch ausgelegte Sony-Angebot.
Im ausgiebigen Hörvergleich attestierten alle drei Redakteure dem TA-FE 370 eine recht ausgewogene Abstimmung. Er zeigte vielleicht bei der Männerstimme hier und da etwas zu wenig Körper und kam dafür bei einer Frauenstimme und Streichern minimal zu scharf rüber. Kontrolliert, tonal auf der sicheren Seite und auch hinreichend kraftvoll im Bass, blieb der Sony mangels Strahlkraft und Plastizität doch ein wenig hinter manchem Mitbewerber zurück, wirkte mitunter etwas fade und flach. Es mangelt ihm zuweilen an Charme, Farbe und Charisma, einem audiophilen Fingerabdruck. Unter dem Strich ist der fernbedienbare Sony aber ein Amp, der für gute 200 Euro seine Aufgaben zufriedenstellend erfüllt, mit guter Ausstattung glänzt und sowohl bei Phono als auch CD ohne Überraschungen zumindest ordentlich klingt.
Mehr aber auch nicht. Ein gutmütiges Gebrauchsgerät ohne Allüren, aber auch ohne besonders hervorzuhebende Tugenden, das von ambitionierteren und moderneren Konzepten hörbar überholt wird.