Fundgrube für Leseratten und Sammler: Antiquarische und gebrauchte Bücher
Auch im Zeitalter von e-Books gehört das gedruckte Werk noch immer zu den meistverkauften Artikeln im Buchhandel. Klar, dass auch der Markt für gebrauchte Bücher, Remittenden und antiquarische Bücher boomt. Leseratten und Sammler kaufen nicht nur originalverpackte Neuware, sondern auch preisgüstige Mängelexemplare, Sammlerstücke, Erstausgaben, signierte Werke, vergriffene Literatur – oder einfach mal ein schönes Schnäppchen. Da für gebrauchte Bücher keinerlei Preisbindung gilt, variieren die Preise erheblich und sind in vielen Fällen reine Verhandlungssache.
Mitte der 1990er Jahre haben Anbieter und Käufer gebundener Bücher das Internet als Handelsplattform für sich entdeckt. Bereits 2004 wurden rund 20 Prozent des Umsatzes in Deutschland, Österreich und der Schweiz über Online-Antiquariate getätigt. Nirgendwo lässt sich bequemer und schneller nach gedruckten Schätzen stöbern. Hier finden sich vom Taschenbuch bis zur ledergebundenen Goldschnitt-Rarität gebrauchte Bücher, seltene Einzelbände und antiquarische Bücher aus vielen verschiedenen Genres, Epochen und Stilrichtungen. Gebrauchte Bücher von Wissenschaft bis Märchen, von Kochen bis Kybernetik, vom dünnen bis zur mehrbändigen Ezyklopädie, von relativ neuen Werken bis Ramsch. Übrigens bedeutet »Ramsch« als Unterategorie im modernen Antiquariat keineswegs das, was umgangssprachlich damit assoziiert wird, etwa minderwertige Ware. Nein, mit Ramsch werden »verramschte« Restauflagen bezeichnet, die von den Verlagen zwecks Lagerräumung stark reduziert werden und in Sonderposten-Buchhandlungen oder Antiquariaten landen.
Gebrauchte Bücher: Die pure Lust am Lesen
Die grosse Beliebtheit gedruckter Bücher ist keineswegs nur mit dem Interesse am Inhalt zwischen den beiden Buchdeckeln zu erklären! Die Frage »Umblättern oder Weiterklicken?« ist eine Grundsatzfrage. Das Buch stellt ein Kulturgut dar, dessen ganz besondere haptische Eigenschaften sich mit keiner noch so raffinierten App simulieren lassen.
Natürlich sind digitale Lesegeräte praktisch und passen zur modernen Kommunikationslandschaft. Und wer mit kleinem Gepäck unterwegs sein will, aber auf seine zehn Lieblingsbücher nicht verzichten möchte, greift aus Gewichtsgründen lieber zum digitalen Lesegerät statt zum kiloschweren Buchpaket. Doch mal abgesehen von diesen rein objektiven Gründen: Wer schon einmal ein kostbares 150 Jahre altes Lexikon mit Ledereinband in den Händen hiet, oder vielleicht eine vom Autoren signierte Erstausgabe eines lange gesuchten Lieblingsromans aus Kindertagen, spürt den Unterschied. Gebrauchte und antiquarische Bücher bergen einen Zauber in sich, dem man sich nur schwer entziehen kann ...