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Antike Bügeleisen bei ricardo.ch

Die ersten Bügeleisen kennt man aus dem 15. Jhd. Sie werden auch Glätteisen genannt. Damals fügte man in ihrer Herstellung einer massiven Metallplatte einen Griff hinzu – diese erhitzte man zunächst auf einer heissen Ofenplatte. Bis hin aus dem 18. Jhd. sind noch Glätteisen aus Messing erhalten, denen ein heisses Element jeweils hineingeschoben wurde, so dass man sie als Bügeleisen auch nutzen konnte. Diese Idee setzte sich noch bis ins spätere 19. Jhd. fort, dieses Element konnte später auch ein Kohlestück sein.

Parallel nutzte man ein Wechselgriffbügeleisen. Hier nahm man den Griff von einem erkalteten Bügeleisen (oder Glätteisen) ab und fügte ihn auf ein erhitztes Bügeleisen gleichen Typs. Auch nutzte man – jedoch mit natürlicherweise grösserem Risiko – Gasbügeleisen. Elektrisch beheizt werden Bügeleisen (oder Glätteisen) ab ca. 1880. Bis heute ist dies unter anderem der Fall – man kann für gewöhnlich drei Stufen einstellen (je nach Textpflegesymbol). Entweder löst man hier eine Erhitzung auf 110°C aus, oder auf 150°C, oder auf 220°C. Einer Überhitzung wird durch Thermostate aus Bimetallstreifen entgegengewirkt. Baumwolle bügelt man bis zur höchsten Stufe, Leinen auch. Für Kunstfasern, Viskose oder Nylon gilt: Man möge diese Stoffe nur bei niedriger Temperatur bügeln (oder eher nicht). Wolle ist kein Bügelstoff und Seide nur dann, wenn man ein entsprechendes Kleidungsstück in ein feuchtes Tuch einwickelt – für die Zeit des Bügelvorgangs.

Das elektrische Glätteisen erfand Henry W. Seeley aus New York. Er patentierte dies am 6. Juni 1882 unter dem Patent mit der Nummer 259.054. Dieses – erste Bügeleisen wog beinahe sieben Kilo und brauchte lange, um aufzuheizen. Die ersten Elektrobügeleisen konnten ihre Temperatur nicht steuern – dies war erst seit den 1920er Jahren der Fall. Der Erfinder des Dampfbügeleisens ist Thomas Sears (1880 – 1966). Ebenfalls kennt man Bügeleisen, deren Wärmeerzeugung auf chemischer Basis vor sich geht.

Die weltweit grösste Bügeleisenausstellung mit 1.300 Exemplaren, die der Sammler Heinrich Sommer zusammengetragen hatte, befindet sich heute im Graf-Eberstein-Schloss. Dieses Gebäude wurde zuerst im Jahre 1520 gebaut (und später erweitert) und befindet sich im Landkreis Karlsruhe in Deutschland (Stadt Kraichtal, Stadtteil Gochsheim). Seit dem 19. Jahrhundert ist das Gebäude (ursprünglich generationenlang Sitz der Grafen von Eberstein) Gemeindeeigentum und wird auch als Museum genutzt.

Aktualisiert: 23.5.2012 12:09.